Hausmittel Backpulver: Zähne aufhellen und Mundgeruch entfernen

Was haben Zähne mit Backpulver zu tun? Ursprünglich wirst auch du das feine Pulver aus dem Haushalt kennen und vielleicht schon den ein oder anderen Kuchen damit gebacken haben. Inzwischen wird aber immer häufiger auch eine ganz neue Anwendungsmöglichkeit für das Backpulver genannt: das Aufhellen der Zähne. Wie das funktionieren soll, welche Risiken dich erwarten und ob Backpulver tatsächlich für weiße Zähne sorgen kann, erfährst du hier.

Backpulver gegen gelbe Zähne

Du kennst Backpulver bestimmt aus der Küche. Hier wird es als Triebmittel bei Kuchen und anderem Gebäck verwendet. Oft wird das Pulver aber auch zum Putzen im Haushalt verwendet. Es gilt als wahres Wundermittel, wenn Oberflächen von starken Verschmutzungen befreit werden sollen. Das unscheinbare Pulver soll allerdings nicht nur bei der Reinigung von Küche, Bad und Co behilflich sein, sondern soll auch die Zähne aufhellen.

Im ersten Moment klingt das natürlich wunderbar. Anstelle einer teuren Zahncreme zum Aufhellen oder einer aufwendigen Bleaching-Prozedur beim Zahnarzt kostet Backpulver fast nichts und befindet sich bereits im Vorhinein in so gut wie jedem Haushalt, so können Sie  Zähne natürlich aufhellen. Da heißt es also nur noch: Küchenschrank auf, Backpulver auf die Zahnbürste und der erste Schritt zu weißeren Zähnen ist getan. Und tatsächlich, an sich wäre das Bleichen der Zähne mit Backpulver tatsächlich so einfach und auch die Ergebnisse können sich in der Tat sehen lassen.

Welches Backpulver ist geeignet?

Es ist grundsätzlich dir überlassen, welches Marke du für das Zähneputzen mit Backpulver wählst. Um nicht all zu viel des Hausmittels wegwerfen zu müssen, ist es allerdings sinnvoll, eine Marke mit möglichst kleiner Verpackungsgröße zu wählen. Die Körnung der verschiedenen Backpulver ist in der Regel dieselbe.

Nicht zu verwechseln ist Backpulver übrigens mit Natron. Zwar besteht das Haushaltsmittel zu einem großen Teil aus Natron, zusätzlich dazu enthält es allerdings auch mindestens eine weitere Säure sowie eine Phosphat- oder Schwefel-Verbindung und ein Trennmittel wie Stärke oder Mehl. Auch Natron wird eine aufhellende Wirkung bei Zähnen nachgesagt, diese wird aber in einem anderen Beitrag behandelt.

Wichtig ist überdies, dass du zu „echtem“ Backpulver und nicht zu Weinstein-Backpulver greifst, wenn du deine Zähne bleichen möchtest. Weinstein-Backpulver enthält anstelle einer oder mehrere Säuren nämlich lediglich natürlichen Weinstein. Auch Phosphat ist hier nicht vorhanden. So kommt es, dass das Weinstein-Backpulver beim Backen erst im Backofen seine Wirkung entfaltet, während herkömmliches Backpulver dies auch ohne zugeführte Hitze kann. Entsprechend würde das Weinstein-Backpulver beim Aufhellen der Zähne keine Wirkung zeigen.

Mit Backpulver die Zähne putzen

Um deine Zähne mit dem Hausmittel bleichen zu können, musst du das Backpulver ähnlich wie Zahnpasta verwenden. Bevor du allerdings damit beginnst, solltest du dir im Klaren sein, dass das Pulver durchaus in der Lage ist, irreparable Schäden an deinen Zähnen zu hinterlassen. Grund dafür ist, dass sich Zahnschmelz nicht neu bilden kann. Ist der Schmelz also einmal durch das Backpulver aufgeraut, kann auch der Zahnarzt nichts mehr machen.

So wird geputzt:

Um deine Zähne mit Backpulver bleichen zu können benötigst du:

  • -eine Zahnbürste
  • -Wasser
  • -ein Tütchen Backpulver

Zunächst befeuchtest du deine Zahnbürste. Anschließend steckst du sie in das Tütchen mit Backpulver. In der Regel reicht bereits eine kleine Menge des Pulvers für ein entsprechendes Ergebnis aus. Nun kannst du deine Zähne wie gewohnt für zwei bis drei Minuten mit der Zahnbürste und dem daran klebenden Backpulver putzen. Anschließend spülst du deinen Mund gründlich mit Wasser aus. Diese Prozedur gilt es dann in den darauffolgenden Tagen und Wochen zu wiederholen.

Backpulver gegen Mundgeruch

Backpulver hellt nicht nur deine Zähne auf, sondern ist auch wirksam gegen Mundgeruch. Ursächlich für Mundgeruch sind meist Beläge auf der Zunge sowie ein saurer pH-Wert, der meist durch zuckerhaltige Nahrungsmittel ausgelöst wird. Backpulver ist in der Lage, sowohl den pH-Wert zu neutralisieren, als auch die Zunge von Belägen zu befreien.

So wird gespült:

Um ausschließlich störenden Mundgeruch zu entfernen, musst du deine Zähne keineswegs mit dem Backpulver putzen. Es reicht in der Regel aus, wenn du eine Spülung mit dem feinen Pulver durchführst. Hierzu löst du einfach einen halben Teelöffel Backpulver in einem Glas Wasser auf. Anschließend spülst du deinen Mund damit. Zweimal täglich angewendet und der Mundgeruch gehört der Vergangenheit an.

Ist Backpulver für die Zähne schädlich?

Das Backpulver hellt deine Zähne nicht nur auf, es schleift sie regelrecht ab. Das kann zu Schäden im Zahnschmelz führen, der eigentlich ein natürliches Schutzschild darstellt. Bei häufiger Anwendung kann es daher durchaus sein, dass deine Zähne immer dann empfindlich reagieren, wenn du etwas Heißes oder Kaltes zu dir nimmst.

Gleichzeitig werden deine Zähne durch den geschädigten Zahnschmelz mit der Zeit immer rauer. Hier können sich neue Verfärbungen deutlich besser setzen. Es tritt also so quasi ein JoJo-Effekt ein.

Backpulver und Zahnspange

Wenn du eine Zahnspange trägst, kann das Backpulver übrigens noch einen weiteren Nachteil mit sich bringen. Das Pulver ist nämlich in der Lage, den Kleber zu lösen, der die Zahnspange an den Zähnen befestigt. Ist dies der Fall, wirst du um den Gang zum Kieferorthopäden wohl nicht mehr herumkommen. Er muss deine Spange dann wieder in die richtige Position bringen. Eine klebrige Angelegenheit, wenn man bedenkt, dass das Backpulver zudem auch Teile der Zahnspange verkleben kann.

Eine aggressive Mischung: Backpulver und Zitrone

Backpulver eignet sich offensichtlich ganz klar zum Aufhellen der Zähne. Auch der Zitrone wird eine solche Wirkung nachgesagt. Kein Wunder, das viele Menschen auf die Idee kommen, Backpulver und Zitrone kombiniert zum Bleichen der Zähne zu nutzen. Grundsätzlich kann bei einer solchen Mischung davon ausgegangen werden, dass es funktioniert. Die Zähne verlieren mit der Zeit an Verfärbung und werden heller. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit.

Backpulver und Zitronensaft allein können bereits Schäden am Zahnschmelz verursachen. Backpulver löst im Mund eine chemische Reaktion aus, bei der sich Säure bildet. Diese Säure ist wiederum schädlich für den Zahnschmelz und raut diesen auf. Bei der Zitrone ist ein hoher Säuregehalt bereits gegeben. Auch ohne weitere chemische Reaktion sorgt sie für Schädigungen an Zahn und Zahnschmelz. Jene Schädigungen können nun dazu führen, dass das Zahnbein nicht mehr geschützt und bei wiederholtem Bleichen mit Zitrone und Backpulver ebenfalls dem hohen Säuregehalt ausgesetzt ist.

Vom Zähne bleichen mit Backpulver und Zitrone ist also dringlich abzuraten. Da hier noch weitaus schlimmere Folgen als beim Bleichen mit reinem Backpulver auftreten können.

Fazit

Backpulver ist tatsächlich in der Lage, deine Zähne aufzuhellen. Kokosöl für weiße Zähne ist aber auch kein Mythos. Natürlich wirst du hier etwas Geduld mitbringen müssen, da Verfärbungen erst nach ein paar Anwendungen entfernt werden. Viel entscheidender beim Zähneputzen mit Backpulver ist allerdings, ob du deinen Zähnen und insbesondere deinem Zahnschmelz diese Tortur antun möchtest. Klar ist, dass das Pulver den Schmelz schädigt und diese Schäden im Nachhinein auch nicht mehr behoben werden können. Da stellt sich natürlich die Frage, ob nicht doch die Bleaching-Zahncreme oder der Gang zum Zahnarzt eine sinnvollere Möglichkeit ist, um mit strahlend weißen Zähnen aufzufallen.